Am 1. September gab es viele Gründe, Danke zu sagen.
Zuallererst den vielen Freiwilligen, die in 25 Jahren kulturelle Bildung ihre Zeit, ihre Ideen, ihre Neugier und ihre vielfältigen Perspektiven eingebracht haben. Ebenso den zahlreichen Einsatzstellen, die jungen Menschen ihre Türen geöffnet, ihnen Verantwortung übertragen und sie auf ihrem Weg begleitet haben. Und natürlich all den Menschen, die die Freiwilligendienste Kultur und Bildung seit 25 Jahren möglich machen, begleiten und weiterentwickeln.
Was 2001 mit dem Modellprojekt „Rein ins Leben!“ und 125 Freiwilligen begann, ist heute ein starkes bundesweites Programm. Jährlich engagieren sich inzwischen rund 2.700 Freiwillige in den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung. Dass aus einer Idee eine so große Struktur entstehen konnte, war kein Selbstläufer. Es brauchte und braucht Menschen, die organisieren und begleiten, zuhören und aushandeln, Qualität sichern, neue Ideen entwickeln und sich immer wieder für gute Rahmenbedingungen für junge Menschen einsetzen. Vor allem aber braucht es junge Menschen, die bereit sind, sich freiwillig einzubringen und Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen.
Das Jubiläum fällt in eine Zeit, in der die Rolle von Kultur, kultureller Bildung und Erinnerung verstärkt Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen ist. Debatten über die Ausrichtung von Kulturpolitik und den Umgang mit Geschichte zeigen, dass offene kulturelle Räume und eine vielfältige Erinnerungskultur keine Selbstverständlichkeit sind. Kulturelle Bildung gibt jungen Menschen nicht vor, was sie denken sollen. Sie schafft Räume, in denen sie selbst denken, fragen, zweifeln, ausprobieren und gestalten können. Sie ermöglicht Begegnungen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven. Sie unterstützt junge Menschen dabei, eine eigene Stimme zu finden, anderen zuzuhören und Unterschiede auszuhalten. Dies sind wichtige Erfahrungen und Fähigkeiten, die Demokratie braucht.
Die Freiwilligendienste verbinden kulturelle Bildung mit freiwilligem Engagement. Junge Menschen übernehmen Verantwortung, bringen ihre Perspektiven und Ideen ein und erleben, dass sie mit ihrem Handeln etwas bewirken können. Sie erfahren Selbstwirksamkeit, lernen neu Berufsfelder kennen und gestalten Kultur und Gesellschaft ganz konkret mit. Freiwilliges Engagement stärkt damit nicht nur die Einrichtungen, in denen es stattfindet. Es stärkt auch gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Beteiligung.
25 Jahre Freiwilligendienste Kultur und Bildung sind deshalb nicht nur ein Anlass zurückzublicken. Sie sind auch ein Auftrag für die Zukunft. Es braucht weiterhin offene Räume für Kreativität, Begegnung und Beteiligung. Es braucht gute Bedingungen für freiwilliges Engagement. Und es braucht das Vertrauen in junge Menschen, dass sie unser Zusammenleben bereichern und aktiv mitgestalten können.
Zum 25. Geburtstag wünschen wir allen, die daran mitwirken Mut und Neugier weiterzumachen. Das Team der LAG Arbeit Bildung Kultur NRW e.V. sagt Danke an die Freiwilligen, an die Einsatzstellen, an die Kolleg*innen im Trägerverbund und an alle Partner*innen und Wegbegleiter*innen, die die Freiwilligendienste Kultur und Bildung seit 25 Jahren möglich machen.
Macht weiter. Wir tun es auch.